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8. Januar 2012 / WordPress

Ausgedient: WP_CACHE und ENABLE_CACHE in wp-config.php

Werden WordPress-Konstanten WP_CACHE und ENABLE_CACHE noch fürs Nachhing in WordPress-Blogs genutzt? Nein. Mehr zum Thema im Artikel.
Stop

Nach der Veröffentlichung des Cachify-Plugins für WordPress wurden an mich allerhand (An)Fragen bezüglich des internen WordPress-Cache gestellt: wozu eine zusätzliche Cache-Lösung, wenn das Blogsystem über interne Maßnahmen der Zwischenspeicherung doch verfügt und man diese in der Config bereits eingeschaltet hat? Immer wieder findet man in der Konfigurationsdatei diverser WordPress-Instanzen veraltete Konstanten WP_CACHE und CACHE_ENABLE vor, die längst keine Bedeutung tragen. Aber der Reihe nach.

Unnötige Konstanten in WordPress
Config: Unnötige Konstanten in WordPress

WordPress Cache: Recherchiert und analysiert
Das ist absolut richtig, dass WordPress über ein intern implementiertes Caching-Management verfügt. Zwei “Aber” wären da allerdings zu beachten:

1. Object-Cache nativ aktiv
Cache-Verwaltung in WordPress: Es handelt sich dabei um Object-Cache. Also keine ganzen Seiten im Ausgabeformat (also HTML) werden auf der Server-Festplatte oder in der Datenbank aufbewahrt und von dort aus an den Browser gesendet. Es sind lediglich PHP-Objekte, die zur Laufzeit des Seitenaufrufs für steigende Performance zwischengespeichert werden.

In den neusten WordPress-Versionen ist der Object-Cache als Standard permanent aktiv und wird vom System rege und gern bereits nach der Installation genutzt.

Die Definition der Konstante WP_CACHE in der wp_conig.php ist also wirkungslos. Es sei denn, man nutzt diverse Cache-Plugins (Cachify gehört nicht dazu). Dazu das Zitat aus dem WordPress Codex:

This is no longer the case, and adding the define will have no effect unless you install a persistent cache plugin (see list below).

Rein theoretisch betrachtet, könnte der Befehl define(‘WP_CACHE’, true); in der Config auch stehen bleiben (was bei vielen Bloggern der Fall ist: entweder aus alter wp-config.php übernommen oder – bedauerlicherweise – im Netz empfohlen bekommen). Allerdings rät ein Blick in die Zeile 60 der Core-Datei wp-settings.php vom Dasein ab, da in dem Fall bei jedem Aufruf einer Blogseite wird versucht, eine interne PHP-Datei aufzurufen, die von Cache-Plugins genutzt wird. Die Datei existiert jedoch nicht = Verlorene Zeit beim Parsen (Zugriff auf Dateisystem etc.).

Also: Kein Cache-Plugin aus der Liste (vielleicht nicht ganz aktuelle Sammlung) im Einsatz, hat WP_CACHE nichts in der Konfigurationsdatei der Installation zu suchen.

2. ENABLE_CACHE kein Bestandteil des Cores
Und was die WordPress-Konstante ENABLE_CACHE angeht… Kurz und bündig: Diese kommt in ganz WordPress niemals vor. Punkt.

Terminal-Suche nach WP_CACHE und ENABLE_CACHE
Terminal-Suche nach WP_CACHE und ENABLE_CACHE in WordPress

Sergej Müller

[Der Autor]Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung, Apps und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das zugkräftige SEO-Plugin für WordPress-Blogs.