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16. März 2008 / Closed

Statistiken aus Google Analytics Accounts gesammelt an einer Stelle anzeigen

Google Analytics kennt fast jeder, nutzt fast jeder: Der nicht ganz zeitgemäße Funktionsumfang ist mit Konkurrenz zwar nicht vergleichbar, ...

Google Analytics kennt fast jeder, nutzt fast jeder: Der nicht ganz zeitgemäße Funktionsumfang ist mit Konkurrenz zwar nicht vergleichbar, reicht für einen Nichtgeschäftsmann absolut aus und kostet keinen müden Cent. Werden also Zugriffe auf Webseiten von Google protokolliert und für eine spätere Analyse gespeichert, so kommt man nicht drumherum, die Startseite von Google Analytics regelmäßig zu besuchen, um an die Auswertungen der Daten ranzukommen.

Sind es aber mehr als 10 beobachtete Profile, so muss sich der Webseitenbetreiber mühsam durch die von Google aufbereiteten Berichte durchklicken, nur um die aktuelle Zahl der Besucher bzw. Seitenaufrufe in Erfahrung zu bringen. Berichte per E-Mail sind aus diesem Grund wertvoll. Alternativ die unten beschriebene Möglichkeit selbstdefinierte Profile aus eigenen oder fremden (Freigabe und Login vorausgesetzt) Google Analytics Accounts auf eine (Übersichts)Seite zu holen. Es ist in erster Linie zeitsparend, bequem und auf einen Blick überschaubar. Ausprobieren!

Voraussetzungen für korrekte Funktionsweise
Bei der vorgestellten Lösung handelt es sich um eine PHP-Bibliothek, die auf jedem geeigneten Server gänzlich kostenlos und unverbindlich installiert werden kann. Bei der Konfiguration der Software können mehrere IDs der abzufragenden Google Analytics Accounts hinterlegt werden, die auf der künftigen Übersichtsseite jeweils mit einem Chart in Form einer Grafik (Besucher und Seitenaufrufe der letzten 30 Tage) abgebildet werden. Aber auch andere Einstellungen wie Farbwerte und Größe der Diagramme stehen als anpassbare Variablen zur Verfügung.

Damit die Software fehlerfrei in Betrieb genommen werden kann, sind aufgelistete Punkte notwendig:

  • Server mit PHP5- und cURL-Unterstützung
  • Zugangsdaten zum Google Analytics Account (gerne nur mit Leserechten)
  • IDs der gewünschten Google Analytics Accounts (dazu unten mehr)
  • Optional: Cronjob für tägliche Updates der Reporte

Download der Software
Tool eingestellt, da Google die “alte API” unzugänglich gemacht hat

  • Format: ZIP
  • Größe: 19 kB
  • Version: 0.5

Screenshot und Demo
» Ausschnitt der generierten Übersichtsseite als Grafik
Bedauerlicherweise kann keine öffentliche Demo zugänglich gemacht werden, da die Zugriffswerte meiner Projekte nicht public gestellt werden dürfen. Ich bitte um Verständnis.

Versionsverlauf
Version 0.5 vom 18.03.2009

  • Ausgabe des Datums in der X-Achse durch den Zeitraum ersetzt, da platzsparender und somit übersichtlicher

Version 0.4 vom 18.07.2008

  • Start- und Endwert für den Zeitraum. Als GET-Parameter oder Einstellung in der Konfigurationsdatei

Version 0.3 vom 04.04.2008

  • Anpassung der internen Bericht-Bezeichnungen
  • Erweiterung der Abfrage-Parameter

Version 0.2 vom 22.03.2008

  • Einführung der Versionierung
  • ChartType auf platzsparende Sparklines umgestellt

English translation
» Automatic translation of the installation guide

Installation der Skripte
Damit die Inbetriebnahme der All-in-One-Anwendung für Statistiken aus Google Analytics auch bei jedem Neuling klappt, folgt eine bebilderte und leicht verständliche Installationsanweisung.

Schritt 1 von 5
Die im ZIP-Format komprimierte PHP-Bibliothek auf die lokale Festplatte herunter laden und mit geeignetem Archivierungstool entpacken.

Dekomprimierung beherrscht jedes moderne Betriebssystem
Dekomprimierung beherrscht jedes moderne Betriebssystem

Schritt 2 von 5
Zuerst soll die Applikation an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Das geschieht in der Konfigurationsdatei config.php, welche im Unterverzeichnis config/ vorzufinden ist und im Texteditor geöffnet wird.

Config: Bedeutender Ordner
Config: Bedeutender Ordner

Schritt 3 von 5
Bleiben wir bei config.php: Im Bereich User Settings werden nun Benutzereinstellungen vorgenommen. Die E-Mail-Adresse und das dazugehörige Passwort für den Google Analytics Account werden im login_data-Array gespeichert. Die kommaseparierten IDs der abzurufenden Accounts kommen in account_ids rein (Beispiel-IDs 123456789 und 987654321 müssen selbstverständlich entfernt werden). Weitere Optionen: Farben als HEX-Werte, Breite und Höhe der Grafiken in Pixeln.

Optional kann im Array chart_date auch das Start- und Enddatum der Statistik definiert werden. Das Format ist 20071231, also JahrMonatTag. Das Enddatum ist nicht zwingend notwendig und kann leer bleiben. Zusätzlich können diese Werte dynamisch beim Aufruf der update.php als Parameter übergeben werden. Mehr Infos darüber weiter unten.

Die wichtigste Frage an dieser Stelle: Wie ermittelt man die ID eines bestimmten Google Analytics Accounts? Der einzige, mir bekannte Weg ist in Google Analytics auf den Link “Berichte anzeigen” zu klicken und anschliessend die ID des aufgerufenen Accounts aus der Adresszeile des Browsers “herauszufischen”. Achtung: Es ist der Wert des id-Parameters, siehe Abbildung.

ID ist als Parameter an die URL angehängt
ID ist als Parameter an die URL angehängt

Schritt 4 von 5
Nach dem Abspeichern der config-Datei kann das gesamte Verzeichnis per FTP in die Hauptebene des Servers übertragen und mit Schreibrechten versehen werden. Das Skript ist soweit einsatzbereit.

update.php ist dafür da, um die Statistiken bei Google abzuholen und für eine Weiterverarbeitung auf dem Server zu sichern. Die Zwischenspeicherung der Rohdaten ist in diesem Fall sehr wichtig, da Google sich jeglichen Export der Reports notiert und sieht es überhaupt nicht gerne, wenn am Tag dutzende an Anfragen kommen und dadurch die Server des Riesen belasten.

Idealerweise wird ein Cronjob eingerichtet, welcher einmal morgens kurz nach 9 Uhr (denn genau um 9 Uhr aktualisiert Google seine Datenbanken mit gesammelten Zahlen) update.php aufruft und somit für die Generierung der XML-Dateien auf dem Server sorgt. Kommt ein Cronjob nicht in Frage, dann die Datei manuell im Browser starten und das Feedback des Skripts abwarten.

Wahlweise können zwei Parameter beim Aufruf der update.php mitgegeben werden, die den Zeitraum der Statistik manuell beeinflussen und somit steuern: http://www.domain.de/analytics/update.php?start_date=20080501&end_date=20080701. Der gewünschte Zeitraum kann ebenfalls in der Konfigurationsdatei eingestellt werden (siehe oben). Es ist zu beachten, dass die Zeitraumsteuerung per an die URL angehängte Parameter eine höhere Gewichtung hat und die Werte aus der config.php überschreibt.

Per FTP hochgeladene Elemente
Per FTP hochgeladene Elemente

Schritt 5 von 5
Wurden die Statistiken erfolgreich abgeholt und abgelegt, können diese nun visualisiert und nebeneinander dargestellt werden: http://www.domain.de/analytics/ ist die Übersichtseite mit eingelesenen Google Analytics Accounts und entsprechenden Berichten für Besucher und Seitenaufrufe aus dem letzten Monat. Die Diagramme sind wiederum mit Google Analytics verknüpft, so dass der Klick direkt ins Dashboard des jeweiligen Accounts springt.

Knapp und bündig: Statistikwerte auf einen Blick
Knapp und bündig: Statistikwerte auf einen Blick

Tipps am Rande
Es wird dringend empfohlen, das hochgeladene Verzeichnis mittels .htaccess gegen fremde Blicke zu schützen. Es macht ebenfalls Sinn, den Nutzer, dessen Zugangsdaten in der Konfigurationsdatei hinterlegt sind, nur mit Leserechten innerhalb von Google Analytics auszustatten. So kommt im schlimmsten Fall keiner an die Login-Daten eines Administrators.

Aktualisierung der Software
Auch diese Anwendung wird permanent weiterentwickelt. Erscheint eine frische Version des Codes, wird das Update im Versionsverlauf notiert und gleichzeitig als Kommentar bekanntgegeben.

Sergej Müller

[Der Autor]Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung, Apps und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das zugkräftige SEO-Plugin für WordPress-Blogs.