Artikel vom 26. Oktober 2008
Yandex veröffentlicht Nutzerstudie: Zwei bis drei Wörter als Frage
Yandex (Яндекс), der Primus unter Suchmaschinen im russischsprachigen Raum, veröffentlicht eine Nutzerstudie mit interessanten Eckdaten. Das öffentlich zugängliche Dokument zeigt auf, in welcher Art und Weise die Bevölkerung des Landes die meistbenutzte Suchplattform für sich beansprucht: Zahlen, Suchmuster & Trends. Das Surfverhalten der Nutzer aus August 2008 wurde der Studie zu Grunde gelegt und fleißig aufbereitet. Nachfolgend Auszüge der übersetzten Studie.
Yandex auch mit seiner Transparenz vor Google
Mit ausgereiften Tools wie Google Insights for Search und Google Trends stellt Google automatisierte Dienste zur Verfügung, womit sich Protokolle der getätigten Suchanfragen bequem und übersichtlich als Diagramm darstellen lassen. Eine manuelle Zusammenfassung und Auswertung des Suchvolumens fehlt bis dato, meiner Meinung nach. Auch in diesem Segment ist Yandex ein Vorbild und lässt die Öffentlichkeit in eigene Karten schauen – die Entwicklung und Veränderungen in diesem Markt zu beobachten ist für jeden Marketingspezialisten und SEO eine spannende und nicht unwichtige Sache.
Wichtige Daten der Studie
- Fast 2 Milliarden im Monat
Auf diesen hohen Wert schätzt Yandex die Anzahl der Suchergebnisse, die von Nutzern als relevant erachtet und angeklickt wurden. - Weniger 5 Minuten
So lange braucht ein Durschnittsnutzer, um mithilfe von Yandex an die benötigte Information heranzukommen. Am Tag stellt ein Individuum maximal 5 Anfragen an die Suchmaschine. - Zwei oder drei Wörter
Daraus besteht meist das Suchfeld beim Absenden der Anfrage. Macht also durchschnittliche 2,5 Wörter – das ist doppelt so viel als im Jahr 1997. -
2,5% als Frage
So viele Requests wurden in Form einer Frage gestellt. Nutzer fragten die Suchmaschine gerne nach dem Rat: Am häufigsten kommt “wie …”, gefolgt von “was …” und “wer …”. Die Wortkombination “was tun” interessiert die russische Nation mehr als zum Beispiel “wer ist schuld”. -
37 Zeichen
War das längste Wort im August dieses Jahres. Dabei handelte es sich höchstwahrscheinlich um eine aus einem Fachbuch herauskopierte Wortzusammensetzung, zu der Yandex allerdings fast 5000 Suchergebnisse bereitstellen konnte. -
14-15% waren schlecht in der Schule
Unglaublich, aber wahr: Fast 15% der Yandex-Gemeinde verschrieb sich bei der Nutzung des Suchformulars. Zweidrittel davon sind Fehler grammatikalischer Natur. -
Vier Prozent der Unwissenheit
4% wissen nicht im geringsten wofür die Adressleiste des heimischen Browsers da ist, da Internet-Adressen gerne direkt ins Suchfeld der – möglicherweise als Startseite eingerichteten – Suchmaschine eingegeben werden.
[Der Autor] Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das weltberühmte und patentierte SEO-Plugin für WordPress-Blogs.
Website-Performance: JavaScript-Dateien mit Google bündeln
4 Kommentare zum Artikel
Hallo Sergej, klasse Bericht! Gibt es eine Möglichkeit den Yandex-Daten auch die von Yahoo und Google gegenüber zu stellen? Quasi zum Vergleich :)
Wenn ich nur die Daten von Yahoo und Google hätte ;)
Manueller Trackback:
Oktober 2008 im Kontext
http://hyperkontext.at/weblog/artikel/oktober-2008-im-kontext/
[...] Es gibt aber auch noch ganz andere Aspekte der digitalen Kluft. In einer übersetzten Nutzerstudie der russischen Suchmaschine Yandex zeigt sich zum Beispiel auch, dass rund vier Prozent der Benutzerinnen in das Suchfeld des Portals komplette Internet-Adressen eingeben. [...]
Das interessante an mehrwörtersuchen ist doch eigentlich hauptsächlich, dass die Absrungrate in der Regel viel niedriger ist!