Artikel vom 8. Mai 2010

WordPress 3.0: Die Sicherheit beginnt beim Anlegen eines Blogs

Sicherheit

Das bis dato aktuelle und auf jede WordPress-Instalattion anwendbare Referat 10 Schritte zum Schutz des Admin-Bereichs zeigt in übersichtlichen Schritten, wie das Backend und somit der Blog nachträglich und nachhaltig mit hohem Grad an Sicherheit versehen werden kann.

Bedauerlicherweise zeigt sich die Realität differenziert zur aufgebauten Hoffnung des Beitragsautors: In den meisten Fällen wird der Blog und für die gestellte Zielsetzung notwendige Plugins auf die Schnelle installiert. Kaum ein “Administrator” macht sich Gedanken über die Angriffsmöglichkeiten, die WordPress in der Standardauslieferung offen hält. WordPress 3.0 will es nun richten und nimmt den zukünftigen Blogger an die sicherheitsbewusste Hand. Ganz am Anfang, beim Anlegen des Blogs. Dank neuem Installationsassistent.

Neu in WordPress 3.0: Benutzername für den Administrator
Neu in WordPress 3.0: Benutzername für den Administrator

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?
Mittlerweile hat auch das Entwickler-Team hinter WordPress verstanden, dass ein Nutzer nach der abgeschlossenen Einrichtung des Blogs selten weitere Schritte in Richtung Schutz unternimmt. Beispielsweise wird das automatisch angelegte Konto admin mit administrativen Rechten (fast) nie gelöscht, (fast) nie gewechselt und bleibt als gern ausgenutzte Sicherheitslücke trotz Warnungen im Administrationsbereich und in der Blogosphäre bis ans Ende der Blogtage bestehen. Zu hoffen, dass unbedarfter Nutzer aktiv wird, sich mit möglichen Gefahren und Gegenmaßnahmen auseinander setzt, ist utopisch und gleicht einer dicken Null.

Die Version 3 des Blogsystems kommt mit einer überarbeiteten Installationsseite, die bereits bei diesem ersten Schritt dem Benutzer die einmalige Gelegenheit gibt, den ersten, im Benutzernamen vom Auslieferungszustand abweichenden Administrator anzulegen. Der nun in die Geschichte eingegangene Default-User admin ist aus der Installationsroutine verbannt.

Als sinnvolle Ergänzung wird an der gleichen Stelle die Stärke des eingegebenen Account-Passwortes durch einen, aus den Profilseiten im Backend bereits bekannten Visual-Indikator signalisiert.

Seit WordPress 3.0: Installationsassistent nimmt Passwort entgegen
Seit WordPress 3.0: Installationsassistent nimmt Passwort entgegen

Zusammenfassung
Solche Massnahmen lassen WordPress in puncto Sicherheit wachsen. Jede so kleine Implementierung ist Handlung und Reaktion auf das erkannte Problem. Mehr von der Sorte und WordPress gehört nicht nur zu den beliebtesten, vielmehr zu den sichersten Blogplattformen weltweit.

Sergej Müller

[Der Autor] Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das weltberühmte und patentierte SEO-Plugin für WordPress-Blogs.

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16 Kommentare zum Artikel

117 Tage zuvor | #1 Uwe

“Endlich” möchte man sagen, kein nachträgliches Ändern via Plugin/DB-Zugriff mehr und siehe da, schon wird ein Großteil der Neuinstallationen gegen automatisierte Angriffe ein Stückchen sicherer :)

Uwe
117 Tage zuvor | #2 Ralf

Steht “admin” als Vorschlag bereits in der Box drin? Wenn ja, dann wäre es (fast) genauso als würde man diesen Namen fest vorgeben. Denn viele werden dann einfach auf OK klicken weil sie zu “faul” sind sich einen Benutzernamen auszudenken.
Ich befürchte auch, dass selbst wenn der Benutzername eingegeben werden muss, eben jenen Namen auch als Autorenangabe unter den Beiträgen auftaucht. Dann könnte man gleich beim alten Prinzip bleiben und den Standard-Benutzer “admin” anlegen.

Um aus WordPress nicht nur das beliebteste, sondern auch das sicherste Blogsystem zu machen, müsste man Administratoren und Autoren strikt voneinander trennen. Denn auch bei dem neuen System ist der Benutzer mit der ID 1 i.d.R. der allumfassende Administrator. Wozu sich also Gedanken über einen “geheimen” Administrator-Namen machen, wenn die ID (fast) immer 1 ist?
Auf den ersten Blick ist es vielleicht ein Schritt in Richtung mehr Sicherheit. Bei genauerer Betrachtung entpuppt es sich leider jedoch nur als schöne Fassade.

Wieder einmal mehr mehr Schein als sein und die Chance verpasst etwas grundlegend anders bzw. grundlegend besser zu machen.

Ralf
117 Tage zuvor | #3 Sergej Müller

@Ralf
admin ist als Vorschlag bereits im Feld hinterlegt. Der Wert ist sichtbar als Option vorgesehen und das soll Menschen beim Ausfüllen des Formulars zum Nachdenken geben und zum Editieren verleiten. Natürlich werden viele Nutzer auch keinen anderen Benutzernamen zuweisen, aber dann kann man nicht Nachhinein sagen, WordPress hätte mir die Option nicht angeboten.

Die userID bleibt verständlicherweise eins. Keine Frage, notfalls kann man als Angreifer an den angemeldeten Benutzer über diese ID kommen. Doch der Weg über den Namen ist schon mal blockiert.

Ich gebe dir Recht, besonders viel bringt die Änderung nicht mit. Doch wie ich im Beitrag sagte: WordPress fängt an, seinen Nutzern auch im Segment Sicherheit zuzuhören und schraubt nicht nur an weiteren Features und optischen Feinheiten. Und das ist in meinen Augen ein Zeichen der Besserung. Es geht nicht darum auf einmal alles perfekt zu erledigen. Lieber langsam ans Ziel, als stehen zu bleiben und nichts unternehmen.

Sergej Müller
117 Tage zuvor | #4 Roland C. Müller

Dank für den Post (auch für den über den ‘admin’)! Das ist doch schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung!

Roland C. Müller
116 Tage zuvor | #5 Jeffrey

Perfekt, noch ein Schritt in die richtige Richtung!

Ich frage mich, wieso man den Admin-Benutzernamen nicht schon früher ändern konnte, das ist ja eigentlich eine kleine Funktion, die die Sicherheit von WordPress gleich um einiges verbessert.

Jeffrey
116 Tage zuvor | #6 Sergej Müller

Jeffrey, das frage ich mich auch. Man wollte dem Nutzer wahrscheinlich Arbeit abnehmen und die Installation so einfach wie nur geht gestalten? Man könnte rein theoretisch auch jetzt in dem Zuge der Überarbeitung der Installationsseite auch andere sicherheitsrelevante Dinge abfragen oder anders machen (siehe Kommentar von Ralf), wurden aber nicht implementiert. Hat bestimmt alles seine Gründe…

Sergej Müller
116 Tage zuvor | #7 Jeffrey

@Sergej:

Gründe für das Nicht-Einbauen von Funktionen, die die Sicherheit verbessern zu finden ist aber doch recht schwer :)

Aber im Grossen und Ganzen kann man mit der Sicherheit von WordPress ja zufrieden sein, wenn man selber immer fleissig Updates installiert und Fehler wie schwache Passwörter vermeidet.

Jeffrey
116 Tage zuvor | #8 Sergej Müller

Korrekt, die eigentliche Sicherheitslücke sitzt meist vorm Rechner.

Sergej Müller
116 Tage zuvor | #9 brenna

also ich hab meinen admin-login einfach direkt in der db geändert:
einfach in der tabelle ‘wp_users’ in der ‘ID’ 1 den eintrag ‘admin’ in den wunschnamen ändern, query absetzen und danach mit dem neuen namen einloggen…fertig…

brenna
116 Tage zuvor | #10 Sergej Müller

@brenna
Das ist nichts Neues, wird auch gern praktiziert. Nun nicht jeder Einsteiger kennt diesen Trick, will/kann/soll sich damit auch nicht auseinander setzen.

Sergej Müller
115 Tage zuvor | #11 Ramona

Es ist ein gewisser und wichtiger Vorsprung. Bösewichte werden aufholen, so ist es ja immer. Trotzdem begrüße ich die neue Option und denke, dass es u. a. bei Sergej noch viele nützliche Hinweise zur Sicherheitsproblematik geben wird.

Ramona
113 Tage zuvor | #12 Carsten

Ist bekannt wie die Hackwelle vom letzten WE ablief? ODer war es dort doch kein WordPressproblem?

Carsten
113 Tage zuvor | #13 AN24

Wenn ich mir den Beitrag von Ralf durchlese, so frage ich mich schon, was diese Änderung bringen soll. Vor allem, wenn admin defaultmäßig vorgegeben wird! Ein WordPress-Neuling kann die Lücken am Anfang nicht erkennen und ist froh, wenn der Blog irgendwie läuft. Und erfahrene Blogger wissen meist, was sie machen sollen (sofern sie nicht zu faul sind).

Mein Vorschlag: Die 10 Schritte zum Schutz des Admin-Bereichs (http://playground.ebiene.de/954/adminbereich-in-wordpress-schuetzen/) in die Anmeldeprozedur einbauen.

Gruß
Bernhard

AN24
109 Tage zuvor | #14 Sergej Müller

@Carsten
Nein, das war kein allgemeines Problem, da auch andere CMS betroffen waren.

@AN24
Meinen Beitrag mit 10 Punkten für die Absicherung des Admin-Bereichs ließ ich professionell in Englisch übersetzen und das wurde dann u.a. auch an WordPress-Macher herangetragen. Wenn von der Menge der Möglichkeiten nur das eine kleine Teil umgesetzt werden konnte, dann bin ich auch da sehr froh darüber – minimalistischer Sprung. Ich verstehe die Argumente von Ralf, andererseits weiß ich auch, dass bei der Entwicklung von WordPress Dinge nicht einfach so umgesetzt werden. Vor allem was Optik und Funktionalität angeht. Das wird meist erst durch hunderte von Posts in der Community durch diskutiert. Das Ergebnis ist für uns nicht immer wirklich verständlich. Es gab bestimmt Gründe für ausgerechnet diese Lösung.

Sergej Müller
54 Tage zuvor | #15 dtpop

Hmm – doch mal eine Frage. Welche der 10 Punkte sind denn für die 3.0 noch umsetzbar / sinnvoll?

Viielen Dank und Gruß,
Wolfgang

dtpop
54 Tage zuvor | #16 Sergej Müller

@dtpop
Bei der Umsetzung der einzelnen Punkte wird dir schon auffallen, welche aus der verlinkten Liste in WordPress 3.0 bereits implementiert sind.

Sergej Müller

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