StartseiteApple / 27. April 2010

Review: Transmit 4, die Neuauflage des FTP-Clients für Mac OS

Transmit

Vor langer Zeit angekündigt, von Neugier und Spannung begleitet, erblickte heute die brandneue Version des prominenten FTP-Managers für Mac OS das Licht der Öffentlichkeit: Transmit 4. Effektvolle Produktseite mit interaktiven Elementen gestaltet die langersehnte Release-Ankündigung noch appetitlicher und fordert indirekt zum Ausprobieren der neuartigen Möglichkeiten auf. Was bringt die Major-Version mit sich? Welche Stärken und Schwächen begleiten uns bis zum nächsten Update? Ein Erfahrungsbericht aus der Entwicklerfront.

Transmit 4: Auffallen durch Aussehen und Technik
Bereits auf der Seite mit Produkteigenschaften fällt das überdimensionierte Icon der Applikation auf: Der Laster mit gelber Fahrerkabine, der im Zeitverlauf zum Synonym von Transmit wurde. Das Programmsymbol erfuhr also eine gründliche Überarbeitung: Farbverläufe kommen verstärkt zum Vorschein, Konturen sind schärfer und klarer geworden (man erkennt deutlich die Scheibenwischer auf der Frontscheibe). An dieser Stelle fängt die Liebe zum Detail an und überzeugt jeden, der ungeduldig nach erster Abweichung zum Vorgänger fahndet.

Transmit 4: Auffallen durch das erstklassige Design und Technik
Nicht vom Laster gefallen: Verbessertes Programmicon

Design: Zurückhaltendes Farbenspiel
Nach dem Download: Doppelklick auf das Icon, Programm startet und übernimmt als Update bereits angelegte Verbindungsfavoriten. Ein Dialog fragt unaufdringlich Einstellungen ab und offenbart anschließend die gesamte Pracht der auf Grund neu entwickelten Oberfläche. Auf einmal stellt man fest, dass die gewohnte Farbenblindheit vorüber ist. Keine durchgängigen Grautöne mehr, die GUI ist eine durchaus gesunde Mischung aus Schwarz, Weiß und leichtem Verlauf. Dezentes Blau rundet das augenfrohe Design der (Eingabe)Maske ab.

Schwarz trifft Weiß: Moderne Oberfläche von Transmit 4
Schwarz trifft Weiß: Moderne Oberfläche von Transmit 4

Usability und Design auf Nutzer abgestimmt
Massenweise Methoden halten in die Vierer-Version Einzug, der Bedienungskomfort hat unter der Informationslast jedoch keinesfalls gelitten: Während der intensiven Nutzung des aktuellen FTP-Clients am heutigen Tag (fast 50 Server in der Liste, bis zu 200 zustande gekommene Verbindungen) wurde keine der Eigenschaften aus der Liste mit Neuzugängen in Frage gestellt. Geschweige von eventuell problematischen oder unklaren Bedeutungen bzw. Platzierungen diverser “Schrauben”.

Dem Konzepter wie dem GUI-Layouter im Hause Panic ist es zweifellos auf wiederholte Weise gelungen, die Programmfassade strukturiert und selbsterklärend aufzubauen, ohne das man sich als Anwender zum Handbuch gezogen fühlt. Bravo.

Grafischer Dialog vor dem Überschreiben vorhandener Dateien
Grafischer Dialog vor dem Überschreiben vorhandener Dateien

Steuerbare und solide wirkende Elemente
Liste kosmetischer Änderungen könnte mit Sicherheit meterlang werden, wesentliche Features stellt der Hersteller auf der genannten Detailseite dar. Eingebundene Kleinigkeiten (=Feinheiten) wie angenehme Schaltflächen, benutzerdefinierte Symbole einzeln pro Server, klickbare Verzeichnispfade oberhalb der Ordnerstruktur oder vom Protokoll abhängige Formulare zum Schnelleinstieg dürfen einfach nicht unerwähnt bleiben. Der Alltag eines Entwicklers hat wieder seine Höhepunkte.

Symbole pro Server können ausgewählt werden
Wiedererkennung: Symbole pro Server können ausgewählt werden

64-Bit-Software für das 64-Bit-OS
Gesichtsmaske auftragen war zum Glück kein alleiniges Motto von Transmit 4: Im Motorraum gab es ebenfalls einen Wechsel. Das in die Jahre gekommene Muskeltier wurde gegen den leistungs- und zukunftssicheren 64-Bit-Quelltext getauscht. Der Anbieter verspricht dabei performantere Ausführungszeiten auf der Programmebene wie bei der Kommunikation mit entfernten Rechnern. Heutige Praxisaufgaben brachten zwar keine nachweisliche Geschwindigkeitssteigerung mit sich, gefühlt lief Transmit 4 prompter als sein älterer Bruder.

Fazit nach erstem Arbeitstag: Flüssiger Ablauf und ruckelfreier Aufbau der GUI-Animationen bei Sprüngen zwischen den Ansichten, geschwinde Darstellung der Verzeichnisbäume vom Server und überraschend absturzfreie Funktionsweise (was bei T3 nicht immer die Regel war).

Sync-Abgleich auch für Anfänger geeignet
Die grafische Runderneuerung der Synchronisierung in dem Maße, dass dieses mächtige Werkzeug auch Einsteiger bedienen und nutzen können, ist ein zusätzlicher Pluspunkt und wird viele Anhänger finden, vorhandene Ordnerstrukturen unkompliziert per Klick – mit der Rücksicht auf die intern gepflegte Regelwerke – abzugleichen.

Harmonisch: Visuelle Ansicht des Synchronisierungsassistenten
Harmonisch: Visuelle Ansicht des Synchronisierungsassistenten

Nobody is perfect
Freilich sorgt der Sprung in der Version für ein wenig Kritik, da allerhand Möglichkeiten aus dem alten Produkt schlicht nicht übernommen wurden. Dazu zählen beispielsweise folgende drei Punkte mit enormen Bedarf:

Zusammenfassung
Das 19 US-Dollar preiswerte Update auf Transmit 4 rentiert sich allein aus Gründen der Ästhetik. Integrierte Features wie Places oder nachprogrammierte Finder-Ansichten erleichtern das tägliche Arbeiten mit dem Mac-Tool um einige Stufen. Das fehlende Deutsch als Sprache wird wohl im Laufe der Zeit nachgereicht, ist in diesem Zustand der Software keinesfalls ein Beinbruch, da jedes Ventil, jeder Schalter sich gegenseitig ergänzen und absolut schlüssig sind. Empfehlung!

Sergej Müller

[Der Autor] Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das weltberühmte und patentierte SEO-Plugin für WordPress-Blogs.

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21 Kommentare zum Artikel

134 Tage zuvor | #1 Michael Oeser

Hi Sergej,
ich hab mir das Teil auch angeschaut, frage mich aber, warum man das braucht, wenn doch z.B. Coda einen FTP Client integriert hat. Die Frage mag etwas naiv klingen, aber mir ist es echt noch nicht ganz klar.

Gruß
Michael

Michael Oeser
134 Tage zuvor | #2 Sergej Müller

Michael, die Antwort ist genauso banal: Nicht alle Editoren verfügen über einen integrierten FTP-Client. Beispiel dafür ist mein Smultron. Hat die Coda-Erweiterung auch WebDav und eine Anbindung an Amazon S3? Kommt halt immer auf die gesetzten Ansprüche an, wie auch bei jeder anderen Software.

Sergej Müller
134 Tage zuvor | #3 Christian

Sehr guter Artikel! Mich als angehender Umsteiger zum Mac würde noch folgendes Interessieren. Wurde aus der Produktseite auch nicht wirklich schlau.
- Besteht die Möglichkeit zum synchronosierten Verzeichniswechsel (wie z.B. bei Filezilla)?
- Welche SSH Keys kann man für die SFTP Authentifizierung? Hatte da vor kurzer Zeit noch Probleme mit z.B Putty und meinem SecureCRT Key.
- Ist das S3 neu? Kannst Du dazu noch mehr sagen? Nur Dateitransfer oder gibt es noch mehr Features?

Christian
134 Tage zuvor | #4 André Nitz

Hallo Sergej,
wie immer – super Artikel! Lässt sich wunderbar lesen und ist fachlich absolut wunderbar :-)

Was mir persönlich bei der Version fehlt sind einige Möglichkeiten beim Amazon S3 Upload. Hier lade ich meine Dateien immer mit einem modifizierten Header hoch – um einfach meine Kosten bei Amazon ein wenig zu senken.

Hier fehlt es leider an der Möglichkeit und ich muss immer noch auf eine andere Software zurückgreifen, wenn ich mit Amazon arbeiten möchte. Aber vielleicht hab ich ja Glück und Panic behebt dieses Problem bei einem seiner Updates.

Viele Grüße,
André

André Nitz
134 Tage zuvor | #5 Sergej Müller

@André
Das hat mich bei der Version ein wenig gewundert, wo Panic doch die Funktionalität um Amazon S3 gar nicht erweitert hat. Cloud Computing ist doch heutzutage in aller Munde, da hätte ich gehofft, das Update würde gravierende Erweiterungen in diesem Bereich mitbringen und nicht nur das Anmeldeformular auffrischen.

Sergej Müller
134 Tage zuvor | #6 Sergej Müller

@Christian
Bei der Synchronisierung wird ausschließlich der aktuelle Ordner berücksichtigt, bedauerlicherweise lässt der Assistent keine weiteren Navigationsschritte innerhalb der Struktur zu, so dass man bei einem Verzeichniswechsel die Maske verlassen müsste.

Mit SSH-Keys hatte ich bis jetzt keine Probleme, Transmit erkennt und nutzt sie auch automatisch, wenn diese im /.ssh liegen.

Verknüpfung mit Amazon’s S3 gab es schon in der Dreier. Viele Optionen bietet das Anmeldeformular jedoch nicht an, reicht aber für simple Übertragungen. Da muss Panic nachrüsten, sie auch den Kommentar von André Nitz.

Sergej Müller
134 Tage zuvor | #7 Michael

Gibt es eigentlich ein Review, das nicht mit dem Icon anfängt? ;-)

Michael
134 Tage zuvor | #8 Sergej Müller

Michael, ist halt Konzentration auf das Wesentliche ;)

Sergej Müller
134 Tage zuvor | #9 Sergej Müller

Durch Zufall eine weitere Ungereimtheit lokalisiert: In den Einstellungen von MobileMe ist der optische Transmit-Eintrag teilweise kaputt, so dass an der Stelle der Name und das Symbol der Applikation fehlen. Kleinigkeit.

Sergej Müller
134 Tage zuvor | #10 Jan

Ich hab auch sofort gekauft. Jeden Cent wert, wie ich finde.

Jan
132 Tage zuvor | #11 key

habe sofort geupdated. sieht nicht schlecht aus. die technischen tests muss ich noch durchführen, aber ich denke, dass müsste transmit locker schaffen…
einzig die automator-workflows muss ich wieder neu erstellen…

key
132 Tage zuvor | #12 Sergej Müller

Wozu brauchst du Automator-Workflows? Habe lange überlegt, kommt mir aber keine mögliche Idee in den Kopf.

Sergej Müller
131 Tage zuvor | #13 key

ich habe über automator ein workflow erstellt, damit der gesamte content von keyblog von transmit automatisch als backup auf meinen mac heruntergeladen wird. das ganze, verknüpft mit ical, geschieht ohne, dass ich irgend etwas aktivieren muss. sicher ist sicher. eine gute anleitung findet man u.a. bei ad.
http://j.mp/d7uScS

key
131 Tage zuvor | #14 Sergej Müller

Ok, verstehe. Und was ist mit der WordPress-Datenbank, sie wäre dann nicht im Backup dabei. Und ohne der Blog-DB ist eine Sicherung kaum was wert.

Sergej Müller
131 Tage zuvor | #15 key

dafür gibt es ein plugin. ich habe es so eingestellt, dass jeden tag ein zip-archiv der datenbank an meine e-mail adresse versendet wird. so kann nichts mehr schief gehen.
http://j.mp/btd9Qy

key
131 Tage zuvor | #16 Sergej Müller

Das es Plugins dafür gibt, weiß ich doch. Ich dachte dein Automator-Skript macht beides. So sind es ja 2 Lösungen – empfinde ich als unpraktisch. Wenn schon ein WordPress-Plugin, dann schon ein solches, welche die Datenbank samt Dateistruktur sichert. Ist in meinen Augen effizienter und sichert alles autonom ab, also auch wenn mein Desktop-Rechner ausgeschaltet ist.

Sergej Müller
131 Tage zuvor | #17 key

hm. das ist schon richtig. nur andernfalls würde das ganze nicht klappen. denn dann müsste eine e-mail mit ca. 40 mb anhang versendet werden. so groß ist mein content mittlerweile. und dass macht kein einziger maildienst mit. die datenbank per mail mit ihren 500 kb kann man ja immer vekraften.

ist man paar tage nicht an seinem rechner, so läuft die mailbox online über…
die getrennten wege sind schon sinnvoll. ausserdem muss man das backup auch nicht jeden tag durchführen. bloggt man lange zeit nicht, erfolgt auch kein upload der bilder usw. alles bleibt beim alten. letztes backup seit dem letzten blogeintrag reicht ja aus.

sinnvoll wäre ein sync-vorgang zu mobileme oder dropbox. so ist man von seinem rechner unabhängig. aber ich weiß nicht, ob das technisch zu handhaben ist.

key
131 Tage zuvor | #18 Sergej Müller

Nein, es wird nicht per E-Mail verschickt, sondern auf einem anderen Server abgelegt, auf den mal notfalls zugreifen kann. Zum Beispiel auf Amazon’s S3. So läuft die Sicherung, ohne das man sie als Admin nicht wahrnimmt. Keine E-Mails mit Anhängen, keine Lokalaktionen. Cloud Computing ist das Zauberwort.

Sergej Müller
130 Tage zuvor | #19 key

ist das die funktion die du im plugin hast oder ist es nur ein wunsch? cloud ist mir ja schon bekannt. nur, mit diesem plugin habe ich die möglichkeit nicht. zumindest finde ich die einstellung nicht. darauf bezog sich mein kommentar.

key
130 Tage zuvor | #20 Sergej Müller

Egal, ist auch nicht der Schwerpunkt des Beitrags. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass mit Transmit eine Übertragung auch außerhalb der GUI stattfinden kann – für welche Zwecke auch immer.

Sergej Müller
101 Tage zuvor | #21 Alexander Trust

Ich probiere Transmit 4 derzeit aus, ich würde es gerne kaufen, allerdings habe ich, wenn ich FTP-Laufwerke mounte und dann Dateien auf diese Weise über die Finder-Oberfläche kopiere arge Verzögerungen beim Upload. Wenn ich den FTP-Browser von Transmit nutze ist alles bestens. Ich würde aber, um meinen Arbeitsablauf zu optimieren gerne die Finderintegration nutzen. Das hält mich bislang dann von einem Kauf ab.

Alexander Trust

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› Transmit 4 – Instant Buy und Spass dabei! | admartinator.de

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