StartseiteE-Commerce / 25. März 2010

Zeitpunkte, um Kunden auf die Abgabe der Shop-Bewertung hinzuweisen

Warenkorb

Kundenbewertungen sind eins der Umsatz-beeinflussenden Instrumente des modernen E-Commerce-Segments. Von neutralem Dienstleister verwaltet (exemplarisch Trusted Shops) und prominent im Shop eingebunden, liefern abgegebene Kundenmeinungen die für den Kauf entscheidende Bestätigung für die Seriosität und Zuverlässigkeit des Warenanbieters. Doch zunächst gehört der Pool mit Feedbacks aufgefüllt – an welchen Stellen im Geschäft soll der Kunde auf die unkomplizierte Möglichkeit der Beurteilung aufmerksam gemacht werden?

Klientel im Auge behalten
Diese Frage lässt sich mit wenig Kreativität rasch beantworten: Überall. Web wie lokal. Gemeint ist: Wird ein Online-Shop von stationärem Laden begleitet (andersrum ist eher der gewöhnliche Weg), erhalten Käufer auf der ausgestellten Quittung einen gedruckten Hinweis auf den Online-Store (“Einkaufen nach Ladenschluss”), zusätzlich aber auch einen knackigen Link (um Vertipper zu vermeiden und Bequemlichkeit zu erhöhen) zum Bewertungsportal.

Jede Stimme zählt: Rückmeldungen positiver Natur steigern die Gesamtnote; neutrale Resonanz und hinterlassene Beschwerden dürfen keinesfalls ignoriert werden und sind allein dafür da, um daraus Erfahrungswerte und Verbesserungspotenzial zu ernten.

Trusted Shops Kundenbewertungen
Trusted Shops Kundenbewertungen für wpSEO

Wo also den Konsumenten abholen und zur Abgabe der Bewertung animieren?

1. Bestellbestätigung im Shop
Beste Voraussetzungen, da der Nutzer über frische Eindrücke und Emotionen verfügt. Er ist bereits online, der Bewertungsformular ist einen Klick entfernt.

2. Bestellbestätigung via E-Mail
Kunde kann den Urteil zum späteren Zeitpunkt fällen, zum Beispiel wenn die Ware den Empfänger erreicht hat.

3. Versandbestätigung via E-Mail
In der E-Mail mit dem Hinweis auf den Versand der Ware.

4. Newsletter
Als sekundär platzierter Teaser mit personalisiertem Link zum Eingabeformular.

5. Mailing
Werbefreie E-Mail nach 14 Tagen mit der Bitte um die Abgabe der Empfehlung.

6. Rechnung
Kostenaufstellung (digital & analog) mit dezentem Hinweis auf die Benotung.

7. Kassenzettel
Kurz-URL zum Meinungsportal mit einkodierter Bestellnummer als Referenz.

8. Verpackung
Aufgedruckt oder als Stempel unter bzw. neben dem Unternehmenslogo.

9. Bestellhistory im Shop
Link zu Bewertungen in der Übersicht der abgeschlossenen Bestellungen.

Rezension schmackhaft machen
Als strategische Anziehungskraft veranstalten zahlreiche Shopbetreiber Verlosungen und vergeben Rabatte. Schließlich vermittelt eine gewonnene Bewertung bestenfalls eine Vielzahl an Neukunden. Und Neukundengeschäft ist bekanntlich teuer.

Sergej Müller

[Der Autor] Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das weltberühmte und patentierte SEO-Plugin für WordPress-Blogs.

Soziale Werkzeuge

14 Kommentare zum Artikel

168 Tage zuvor | #1 Michael

Aus eigener Erfahrung: Dort, wo man nach dem Bestellprozess dezent, aber bestimmt zur Bewertung “geführt” wird, dort habe ich auch bewertet.

Nicht uninteressant auch der Zugang von MediaTemple, wo kurzerhand das gesamte Browserfenster einen halbtransparenten, aber dunklen Layer verpasst bekommt und nur die Bewertungsfläche davon ausgenommen wird. Bislang habe ich dort auch immer geklickt…

Michael
168 Tage zuvor | #2 Sergej Müller

Michael, danke für deinen Kommentar.
Mir persönlich als Kunde ist die “Einladung” zur Bewertung gleich nach dem Bestellprozess doch ein Tick zu früh, da ich zu diesem Zeitpunkt noch über den – hoffentlich reibungslosen – Versand und den Zustand der Ware sagen kann. Amazon erinnert mich gerne und zuverlässig in wenigen Tagen nach dem Erhalt der Bestellung.

Sergej Müller
168 Tage zuvor | #3 ralf.endres

Es bliebe dann nur noch abzuklären ob der Versand einer “unaufgefordeten E-Mail” die den Empfänger zur Abgabe einer Bewertung auffordert auch Rechtlich zulässig ist? Einserseits darf man als Shopbetreiber seinen Kunden keinen Newsletter ohne deren Einwilligung zusenden, andererseits soll eine E-Mail welche eine Aufforderung zur Bewertung als Inhalt enthält erlaubt sein?

ralf.endres
168 Tage zuvor | #4 Linda

Die Aufforderung zur Bewertung des Shopbetreibers direkt nach der Bestellung halte ich nicht für sinnvoll, da die Bestellung zu diesem Zeitpunkt nicht abgeschlossen ist, das “wirkliche” Urteil steht ja noch aus. Ich empfehle den Versand einer höflichen Bewertungsaufforderung nach Eintreffen der Ware.

Linda
168 Tage zuvor | #5 Sergej Müller

Linda, da bin ich mit dir da core. Allerdings sollte man mit der Anzahl der Aufforderungen nicht übertreiben – eine E-Mail genügt, mehrere hintereinander nerven unnötig.

Sergej Müller
168 Tage zuvor | #6 Linda

Zustimmung!

Nerve Deine Kunden nicht… :-)

Linda
168 Tage zuvor | #7 ralf.endres

So würde ich das auch sehen, Sergej. Da man sich als Shopbetreiber aber heute beim kleinsten Vergehen eine Abmahnung einfangen kann, wollte ich nur darauf hinweisen das ggf. ein Verstoß vorliegen könnte.

Ich kene einen OnlineShop für Hardware mit massig vielen Bewertungen bei gängigen Produkten, da sind auch mal kritische Kundenbewertungen drin. So etwas wirkt nach außen m.E. nach seriöser als wenn durch die Bank weg nur Positiv bewertet wird.

ralf.endres
168 Tage zuvor | #8 Sergej Müller

Ralf, ohne jetzt einen rechtssicheren Boden für meine Aussage zu haben, würde ich behaupten, dass solch eine E-Mail noch zum Bestellprozess gehört und samt der Bestell-, Zahlungs- und Versandbestätigung via E-Mail erlaubt ist, da Bestandteil der angestoßenen Bestellabwicklung.

Sergej Müller
168 Tage zuvor | #9 Markus Z.

Guter Artikel. Wir (http://www.voelkner.de und http://www.smdv.de) haben sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn wir den Kunden nach erfolgreicher Auslieferung eine Rückfrage schicken, ob alles ok war und ob er uns bei einem der verschiedenen Bewertungsportale bewerten möchte – natürlich gleich mit dem richtigen Link. Zudem hat er die Möglichkeit die bestellten Produkte auch gleich im Shop zu bewerten. Belohnt wird seine Mühe mit einem kleinen Gutschein als Dankeschön.

Markus Z.
168 Tage zuvor | #10 Sergej Müller

Ralf, absolut. Bewertung ist Bewertung. Auch negative Meinungen gehören dazu, die den Shop, den Service indirekt verbessern, in dem man auf Kundenfeedback reagiert.

Sergej Müller
166 Tage zuvor | #11 Silke

Hallo,

ich habe auch mal ein halbes Jahr einen Online Shop für Mode betrieben (das Projekt ist leider gescheitert.).
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Bestellung ja wirklich erst bewertbar ist, wenn der Kunde seine Ware hat und 14 tage abgelaufen sind.
Und am besten dann keine morz nervigen E-Mails sondern schlichte und einfach aufgebaute E-Mails.
Ach ja und man sollte die Möglichkeit haben, diese E-Mails jederzeit zu verbieten.
Ansonsten glaube ich ja sowieso, dass bei diesen Anbietern beschissen wird wies gerade geht.

Silke
166 Tage zuvor | #12 David

Kundenrezensionen werden wirklich immer wichtiger. Ich schaue selbst immer vor dem Kauf nach, was andere von einem Produkt halten, wenn ich mir unschlüssig bin. Und wenn keine Rezensionen zu finden sind, weiche ich oft auch auf ein anderes Produkt auf, von dem her ist das ein wirklich interessanter Artikel. Meist ist es für den Shop wirklich von Vorteil, wenn er seine Kunden zur Bewertung motiviert.

David
166 Tage zuvor | #13 Sergej Müller

@Silke
Das stimmt leider auch, hinterlassene Bewertungen lassen sich manipulieren – wird auch von vielen praktiziert. Doch wenn es einmal hoch kommt (Kunden sind ja nicht dumm), dann ist der ganze Ruf ruiniert.

Mir persönlich ist diese Vorgehensweise nicht Wert und da lebe ich lieber mit weniger “Sterne”, und auch wenn ein paar davon negativer Natur sind, dann entspricht das der Wahrheit – ich konnte bestimmte Käufer nicht zufrieden stellen. Kann passiert, da wir doch alle anders sind und jedem ist es schwer Recht zu machen. Ist nun mal so in der Realität.

Sergej Müller
148 Tage zuvor | #14 Julchen

Ich halte es auch nicht für sinnvoll, dass der Shop direkt nach dem Bestellprozess bewertet wird. Wie gut ein Online Versender ist muss er ja erst noch im gesamten Bestellprozess beweisen.

Julchen

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