Artikel vom 7. März 2010
Tweets kostenfrei und automatisiert mit Backupify online sichern
Mit Tweets2Delicious wurde vor Zeiten eine praktikable, kompakte Möglichkeit des Twitter-Stream-Exportes vorgestellt, die nach der Inbetriebnahme auf eigenem Server für die zeitlich justierbare Migration der Tweets nach Delicious und somit für die Sicherung der vom Lebensdauer begrenzten 140-Zeiler zuständig war. In diesem Artikel wird ein alternativer, autonomer Weg des Backups gezeigt: Online-Dienst Backupify stellt 2 GB Speicher kostenlos zur Nutzung bereit und füllt den verfügbaren Reservoir mit Daten aus unterschiedlichsten Quellen. Neben Facebook, WordPress und Basecamp gehört selbstverständlich auch der Datenstrom aus Twitter-Profilen. Ein Sorglos-Paket: Keine umständliche Installation, keine mühsame Einrichtung.
Tool zum Sichern inklusive
Das technische Konzept von Backupify ist weitgehend unkompliziert, ist im Nu dargelegt: Backupify bietet im Web keinen starren, “statischen” Speicherplatz an, Backupify “verkauft” zum Dienst passende, für eine sinnvolle Verwendung relevante und auf die Ansprüche der Anwender zugeschnittene Lösungen mit. Zwei GB an Speichervolumen kosten keinen Cent und können eine Vielzahl an transferierten Tweets problemlos aufnehmen und bei Amazon S3, dem weltweit führenden Spezialisten für Storage-Lösungen aufbewahren.
Praktisch: Nach erstem erfolgreichen Backup des Twitter-Streams erzeugt Backupify zusätzlich zu XML-Formaten ein PDF-Buch mit allen Tweets des Accounts. So steht einer Weiterleitung per E-Mail, einer Aufbewahrung auf lokalem Rechner oder einem Ausdruck auf Papier nichts mehr im Weg.
Für professionelle Anwender macht sich ein – noch in der Planung befindlicher – Upgrade des Accounts mit weiterem Speicherpotenzial bezahlt, Überzeugung und Begeisterung zum Online-Service vorausgesetzt.
Backup-Initialisierung für den Twitter-Stream
Nachfolgend werden die Schritte der Einrichtung für das Anlegen eines automatischen Backups für einen Twitter-Profil abgebildet und mit kurzen Notizen versehen. Es ist zu beachten, dass mit der Sicherung erst wenige Tagen nach der Einrichtung angefangen wird.

Nach dem Login werden unter “Settings” verfügbare Services gelistet

“Manage” erlaubt eine Verifizierung mit gewünschtem Twitter-Account

Sparsam angelegte Optionen werden am Fuß der Seite festgelegt

Im Bereich “Archives” werden angefertigte Sicherungen als XML angeboten

Auf Wunsch benachrichtigt Backupify über den Status per E-Mail
Fazit
Backupify zeigt sehr deutlich und gekonnt, dass Speicher im Web nicht nur mit herkömmlichen Dateien befüllt werden kann – Digitale Informationen aus Social-Netzwerken und Web 2.0 Diensten wie Flickr sind ebenfalls gegen Datenverlust empfindlich und eignen sich daher mehr als perfekt für das von Backupify konzipierte und umgesetzte Prinzip: Sichere alles, auch deine Aktivitäten im Social-Web.
[Der Autor] Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das weltberühmte und patentierte SEO-Plugin für WordPress-Blogs.
wpTwitBox Plugin: Werkzeugkasten mit Twitter-Tools auf Basis von Bit.ly
7 Kommentare zum Artikel
Hallo Sergej,
wie ich mich bereits zu deiner News bei T3n äusserte, konnte ich laut deiner Beschreibung den Account bei Backupify recht rasch einrichten und warte nun auf die ersten Ergebnisse/Backups. Ich habe mich dabei erstmal testweise für Twitter entschieden und sobald ich erste Erfahrungen damit habe, werde ich weitersehen.
Ich habe die Befürchtung, dass diese 2 GB schnell verbraucht sind und inwiefern man dann als bloggender Webmaster einen Pay-Account braucht, weiss ich jetzt noch nicht. Danke für die Dienst-Vorstellung!
Alex, das bis jetzt einzige Feature, welches ich bei Backupify vermisse, ist der Balken mit dem Speicherverbrauch. Man kann also nicht einsehen, wo man aktuell liegt.
Man könnte aber simpel und sehr grob rechnen: Jedes Zeichen im Tweet ist ein Byte groß. Wir gehen von der maximalen Anzahl der möglichen Zeichen aus – 140 Bytes. Mal 20 Tweets am Tag. Sagen wir grob: Drei KB (140 x 20) am Tag. Jetzt teilen wir 2097152 (2 GB in KB) durch 3 = ca. 700 Tausend Tage.
Sergej, Danke für ein rasches Feedback und die Rechnungsaufstellung! Auf T3n habe ich deine Kurzmessage bereits mitbekommen. Oh ja, ich habe zwar an diesen Punkt nicht weitergedacht, aber man würde schon wissen wollen, wieviel man nun bis zum Schluss hätte.
Das langt aber gewaltig lange und auch wenn man 100 Tweets am Tage zwitschern würde, reicht es für eine sehr lange Zeit ;-).
Soeben konnte ich auch schon auf mein erstes PDF-Backup mit 509 Seiten zurückgreifen. Heute Nacht angefangen und es legte ja richtig los. Daher ist es bis hierher eine gute Erfahrung. Diese PDFs könnte man dann anderswetig verwenden etc. Super!
Dann sehe ich es doch schon kommen, dass bald die ersten Twitterer ihre Tweets als Bücher zur Verfügung stellen. Books on Demand zum Beispiel ermöglicht ein privates individualisiertes Buch, welches tatsächlich auch bei Amazon und in den Verkaufsregistern erscheint. Mal sehen, wann Britney Spears diese Methode nutzt und ihre Tweets verkauft. Gibt es eigentlich kostenüflichtige Twitterer, die ihre Tweets nur Abonnenten, die dafür zahlen, freigeben?
Martin, Twitterer, die ausschließlich für Geld twittern, sind mir nicht bekannt. Im amerikanischen Raum sind sicherlich welche dabei.
@Martin
Das würde zwar grundsätzlich gegen den Gedanken des Twitterns als freie Information für alle sprechen, aber ich kann mir eine Entwicklung in diese Richtung für geschlossene Benutzergruppen durchaus vorstellen. Da ist der Schritt zur Kostenpflicht nicht mehr weit.
Super Tool. Passt perfekt in meinen Social Media Baukasten. ;)
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