Artikel vom 24. Juli 2009
Website-Performance: 4 Mac-Tools für effektive Bildoptimierung
Kaum ein zeitgemäßes Online-Projekt kommt ohne den Einsatz von grafischen Elementen aus – Bilder in diversen Formaten sollen Betrachter aktiv ansprechen. Dabei überzeugen PNGs durch ihre Aufnahmefähigkeit der Farbenvielfalt und setzen sich im Web unaufhaltsam durch. Allerdings reicht es nicht aus, Grafiken stumpf im Code zu verknüpfen: Vor dem Publizieren gehört jedes Bild händisch oder maschinell optimiert. Vier Optimierungstools für Mac OS als Helfer.
Entwicklung, aber bitte mit Köpfchen
Bei der technischen Umsetzung eines Designs soll der Augenmerk nicht nur aufs Optische gerichtet sein: Ladezeiten der einzelnen Seiten dürfen unter der Last der Grafiken nicht leiden – nachhaltige Optimierung der Images gehört ebenfalls zu den Aufgaben eines Entwicklers wie die obligatorische Verbesserung des Quelltextes. In der mehrjährigen Praxis hat sich folgender Arbeitsablauf als vorteilhaft und produktiv etabliert:
- Bilder aus der (PSD-)Vorlage ausschneiden, als PNG speichern.
- Im Quelltext die entsprechenden Referenzen samt Pfade hinterlegen.
- Erst mit der Fertigstellung des Projekts den Gesamtinhalt des Grafikordners komprimieren lassen.
Bei dem letzten Punkt des Workflows stellen sich zwei berechtigte Fragen, welche nachfolgend beantwortet werden:
- Was ist mit komprimieren gemeint?
Auf die Abbildungen wird ein modernes Verfahren angewendet, um “Innereien” der Bilddateien von – für die Veröffentlichung im Web – überflüssigen und unnötigen Werten wie zum Beispiel “Zuletzt bearbeitet mit dem Programm XY”, Kommentaren, Farbprofilen, Geodaten und restlichen irrelevanten Informationen zu befreien. Das Ergebnis hat nichts mit Komprimierungsmethoden à la ZIP zu tun, kann sich durch seine reduzierte Größe dennoch sehen lassen.Doch der wichtigste Vorteil dieser Technik: Im Vergleich zu einer JPEG-Kompression verändert dieses Verfahren die Qualität eines PNG-Bildes nicht im geringsten. Fazit: Keine Verschlechterung möglich, dafür kann die Gesamtgröße bis zu 50% geschrumpft werden.
- Wie kann ein ganzer Ordner automatisiert optimiert werden?
Bei der Größenminimierung des Bildmaterials stehen Online-Tools wie punypng (früher auch smush.it gerne dafür genutzt) helfend zur Seite. Solche Dienste erlauben zwar eine Mehrfachauswahl an Dateien, lokale Ordnerstrukturen können bedauerlicherweise nicht abgebildet werden. Bei einer Unmenge an Unterordnern verliert das gutwillige Vorhaben an Charme.Anders jedoch bei nativen Desktop-Tools: Dank Drag&Drop lassen sich unzählige Verzeichnisse mit extrem komplexen, tiefen Strukturbäumen importieren und mit Leichtigkeit konvertieren. Auf einem Rechner ausgeführt, verbrauchen die Anwendungen lediglich einen winzigen Bruchteil der Transaktionszeit, die Online-Services für sich und die Erledigung des Auftrags beanspruchen. Praktisch: Ist die Bereinigung der Files erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen, werden Originale automatisch überschrieben und ersparen dem Benutzer die lästigen, zeitintensiven Kopiervorgänge.
Zwei von dieser Sorte Software werden weiter unten knapp und bündig vorgestellt. Vorab: Die Anwendungen laufen einzig und allein auf Mac OS X, konzentrieren sich explizit auf die Bildoptimierung und kommen mit reduzierten Oberflächen daher. Spot ab!

PNGCrushrrr: Hängt .crushed.png an optimierte Files ran – Download

PNGCrusher: Schnell, reagiert nur auf Drag&Drop – Website & Download

ImageOptim: Profi-Optimierer mit GUI – Review & Download

PngThing: Veraltet, aber lauffähig. Kein visuelles Feedback – Download
Nachgefragt
In einem WordPress-Blog kann das smush.it-Plugin die automatische Optimierung der hochgeladenen Ausschnitte übernehmen. Mit welchen Werkzeugen seid ihr am Werk, wenn grafische Objekte optimiert bzw. in der Ausgangsgröße komprimiert werden sollen?
[Der Autor] Sergej Müller ist enthusiastischer Software Engineer mit Schwerpunkten Webentwicklung und WordPress. Seit 2007 programmiert und vertreibt er wpSEO, das weltberühmte und patentierte SEO-Plugin für WordPress-Blogs.
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12 Kommentare zum Artikel
Vor 2 Monaten habe ich einen Vergleichstest mit (fast) allen Tools gemacht, derer ich habhaft werden konnte — auf’m Mac.
Am besten haben PngThing und PNGCrusher abgeschnitten— ImageOptim war zweiter und Photoshop CS4 (Save for Web…) dritter.
Bei der Optimierung als JPEG sah es etwas anders aus (verständlicherweise): Pixelmator war erster gefolgt von ImageOptim als zweiter und Photoshop CS4 als dritter.
png ist ja schön und gut, aber was ist mit dem ie6? die javascript hacks taugen alle nichts imho, da zu unverläßlich auf client seite. da gerade immer noch große firmen ihre clients mit win xp + ie6 laufen lassen, scheint mir der einsatz für eine “hobby” seite durchaus praktikabel, aber nicht für produktives kundenprojekt.
vlt stirbt der ie6 jetzt ja endlich ganz aus mit win7. youtube will ihn ja auch nciht mehr unterstützen
@Yoram
Meine Vermutung zu der Tatsache, dass ImageOptim langsamer läuft als zum Beispiel PNGCrusher: ImageOptim kann intern auf mehrere Kompression-Bibliotheken wie AdvPNG, OptiPNG und PngCrush zugreifen und wählt die effektivste Methode für ein bestimmtes Bild aus. Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass effektive Tools gründlicher und somit auch langsamer arbeiten. PNGCrusher setzt dagegen allein auf OptiPNG.
@Minobu
IE6 hat Probleme nur mit transparenten PNGs – die Transparenz in diesem Bildformat kommt selten vor und ist absolut kein Grund, auf die schönen PNGs zu verzichten. Dutzende JavaScript-Hacks leisten hervorragende, zuverlässige Arbeit und stellen auch transparente PNGs im IE6 so wie man es will. Alternativ mit CSS-Hacks arbeiten und den alten IE mit GIFs bestücken. Es gibt viele Ansätze je nach Anspruch und Komplexität.
Ich suche immer noch eine einfache Möglichkeit Bilder und Fotos möglichst gut zu komprimieren. Das ganze sollte m besten voll automatisch sein.
Paul, das ist an sich ganz einfach:
Schon geschieht alles wie von Geisterhand.
ich habe mir die tools mal angesehen. Finde, die sind echt eine Überlegung wert.
Hi,
erstmal danke für die (wie fast immer) sehr interessanten Links. Ich finde das Vorstellen von Mac Developer-Tools immer klasse, da ich mich mangels Muse und Zeit für Recherche doch immer wieder via VM aufm ‘guten alten’ Windows bewege (z.b. finde ich für WinSCP und PHPED einfach keinen adäquaten Ersatz).
Linux serverseitig mache ich alles was ich will mit imagick, hat mal jmd. OptiPNG damit verglichen?
Christoph, da fehlen mir leider Vergleichswerte. Selbst auf dem Mac lasse ich Bilder mit OptiPNG via Konsole komprimieren. Ich hatte mal einen Bericht gelesen, da hat OptiPNG deutlich besser abgeschnitten als imagick – aber nur bei PNGs.
Reicht es nicht auch aus, wenn ich die Bilder von JPEG zu PNG konvertiere mit Mac Bordmitteln? Kommt da so viel “mehr” an Komprimierung zusammen wenn ich externe Programme dafür verwende?
Ich würde nie ein in der Qualität reduziertes JPEG in ein PNG umwandeln. Die vorgestellten PNG-Tools drehen ja nichts an der Qualität des Bildes, sondern entfernen Metatags etc. (je nach Einstellung) Ob Mac OS bei deinem Versuch JPEG nach PNG zu konvertieren, den Output mit solchen Informationen versieht, muss du selbst prüfen.
Als ich das mit Bordmitteln probiert habe, da wurde aus einem kleinen JPEG Bild im KB Bereich laut Berechnung auf ein mal mehrere MB draus!
Dann hast du ja deine Frage praktisch von allein beantwortet.